Zurück

SPD, Jusos und Schwusos zeigen Flagge auf dem ersten Darmstädter CSD

01.09.2011

Gemessen an der Zahl der Vereine, Einrichtungen und Clubs in Frankfurt oder Mannheim leben Lesben und Schwule in Darmstadt in der Diaspora. Der Verein Vielbunt e.V. arbeitet diesem Missstand entgegen und initiiert unterschiedliche Projekte, um der schwul-lesbischen Community in Darmstadt Impulse zu geben.

Höhepunkt dieses Jahr war der erste CSD am Samstag, den 27. August auf dem Riegerplatz. Der CSD erinnert an den Beginn der lesbisch-schwulen-transgender Bürgerrechtsbewegung 1969 in der New Yorker Christopher Street. Damals gab es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Besuchern eines Nightclubs, wobei sich die Gäste gegen dauernde Razzien und Schikanen spontan zu Wehr setzten.

In Hessen hat sich die Polizei längst zum Partner von Schwulen und Lesben entwickelt, wenn es z.B. um den Schutz vor Rechtsradikalen oder sich um Übergriffe handelt, denen die Homosexuellen auch in diesn Tagen häufig ausgesetzt sind.

So war es demnach auch nichts ungewöhnliches, dass der von den Darmstädter Jusos und von den Darmstädter Schwusos unterstützte SPD-Stand neben dem Stand des Polizeipräsidiums Südhessen stand. Auch die anderen Darmstädter Parteien waren mit Ständen vertreten - mit Ausnahme der CDU, die Themen wie Gleichstellung oder Emanzipation scheinbar von der Tagesordnung gestrichen hat.

Obwohl der Christopher Street Day in Darmstadt als ein fröhliches Fest gefeiert wurde, hat er prinzipiell einen sehr ernsten Kern. In den 70 Jahren ging es um die Entkriminalisierung von Homosexualität, später darum, dass Aids nicht zu einer Re-Stigmatisierung benutzt wird - der eine oder die andere wird sich vielleicht noch an den CSU-Gauweiler erinnern, der HIV-Infizierte kasernieren wollte.

Heute stehen Fragen einer weitergehenden Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Regenbogenfamilien im Mittelpunkt. Zu Recht wies Brigitte Zypries auf der am Samstag stattfindenden Podiumsdiskussion darauf hin, dass es dazu wieder einer rot-grünen Koalition in Berlin bedürfe. Jedoch kann auch kommunal etwas getan werden: So muss vor allem in der Schule und in der Jugendarbeit besser informiert werden, um Ausgrenzungen abzubauen, die immer noch existieren.

Vielfalt lieben/leben, dieses Motto der Veranstaltung, meint Dr. Walter Reimund, beruflich Kommunikations- und Wahlforscher, sei auch der SPD Darmstadt ins Stammbuch zu schreiben. Wie keine andere Partei sei die SPD bislang für die unterschiedlichsten Lebenswelten attraktiv gewesen und will es auch in der Zukunft sein. Die SPD Darmstadt möchte daher auch weiterhin das Bewusstsein dafür fördern, dass das Thema Gleichstellung aktiv diskutiert und gelebt wird.



Termine
Aktuell sind keine Termine vorhanden.
Links