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Hessische Jusos erkunden Israel

30.06.2010

Nach einem ersten Austausch im Jahr 2008 und einem Gegenbesuch nach Bad-Nauheim von Israelis und Palästinensern im Jahr 2009 fand in diesem Sommer eine zweite Delegationsreise der Jusos Hessen-Süd nach Israel statt. Während dem Austausch im August erhielten die zwölf jungen Menschen aus verschiedenen Teilen Südhessens Einblicke in die vielfältige, spannende politische Landschaft und Kultur des Landes. Schwerpunkt der Reise waren die vielen Facetten des Nahost-Konfliktes, die von verschiedenen Seiten beleuchtet und ergründet werden sollten. Von den zwölf TeilnehmerInnen kamen zwei aus dem Unterbezirk Darmstadt und zwei weitere aus dem Unterbezirk Darmstadt-Dieburg.

Der Austausch war in diesem Umfang nur möglich, durch das im Jahre 2003 gegründete Willy Brandt Zentrum.

Schon im April 1996 unterzeichneten die Jusos in der SPD, die israelische Arbeitspartei-Jugend (Mischmeret Tse’irah) und die palästinensische Fatah-Jugend (Schabibet Fateh) in Ramallah den Gründungsvertrag. Mehr als acht Jahre später konnte der Traum eines eigenen Hauses an der „Grünen Linie“ zwischen Ost- und West-Jerusalem erfüllt werden. Die Arbeit des Begegnungszentrums wird gemeinsam von einem etwa zehnköpfigen Team – Israelis, Palästinenserinnen und Palästinenser sowie Deutschen – geleistet.

Die Ziele des Zentrums orientieren sich an den Ideen des Zivilen Friedensdienstes in Verbindung mit sozialdemokratischen Werten. Das WBC will Vertrauen und Solidarität zwischen jungen politischen Kräften stärken und mit ihnen gemeinsam aktive Formen der Koexistenz basierend auf sozialer und politischer Gleichberechtigung entwickeln.

Zentral war bei allen Programmpunkten die Zusammenarbeit und der Dialog mit Partnern der Jugendorganisationen von den israelischen Parteien Labor und Meretz sowie der palästinensischen Fatah. „Der trilaterale Austausch mit den Parteien vor Ort bot uns die Möglichkeit, uns ein gutes Bild von der politischen Situation innerhalb Israels zu machen, anstatt nur den Blick von außen zu haben“, erläuterte Tobias Gniza, stellvertretender Vorsitzender des Juso-Bezirks und Vorsitzender der Wetterauer Jusos, sowie Leiter der Delegation.

Das Programm vor Ort war in Zusammenarbeit mit dem Willy-Brandt-Center in Jerusalem koordiniert worden. Die Teilnehmer verbrachten mehrere Tage in der Hauptstadt, um sich ein Bild von der kulturellen, sprachlichen und religiösen Vielfalt sowie von sozialen und politischen Schwierigkeiten zu machen, beispielsweise dem Verhältnis zwischen Ost- und Westjerusalem und der hohen Armutsquote in der Stadt. Auch die Auseinandersetzung mit dem Holocaust wurde mit einem Besuch der bekannten Gedenkstätte Yad Vashem und einem anschließenden Workshop gemeinsam mit Israelis thematisiert.

Zudem standen Reisen ins Westjordanland nach Ramallah und Hebron auf dem Programm, wo die Teilnehmer mit politischen Amtsträgern und Nichtregierungsorganisationen zusammentrafen. Die Delegation bereiste auch die im Norden gelegenen Golanhöhen in der auch in jüngster Zeit immer wieder konfliktreichen Grenzregion zu Syrien und dem Libanon.

Ihr werdet mit mehr Fragen als Antworten wieder nach Hause reisen“, hatte die Koordinatorin vom Willy-Brandt-Center den Teilnehmern zu Beginn der Reise versichert – und so war es. „Wir hatten eine unglaublich intensive Zeit voll verschiedener Eindrücke“, resümierte die Teilnehmerin Sophie Rister stellvertretende Vorsitzende der Darmstdädter Jusos am letzten Abend in Tel Aviv. Konsens in der Gruppe war es, dass alle eine Menge über den Nahost-Konflikt sowie die alltäglichen Herausforderungen in Israel gelernt hatten, ein Urteil über eine Lösung der Probleme aber kaum möglich ist. „In diesem Land gibt es nie nur eine Antwort oder eine Wahrheit, darum auch nicht eine Lösung“, so die Teilnehmerin und stellvertretende Vorsitzende der Jusos Darmstadt-Dieburg Vivien Constanzo..

Die Jusos Hessen Süd beginnen nun mit der Planung eines Rückaustauschs von jungen Israelis und Palästinensern nach Deutschland, der im Jahr 2012 stattfinden soll.

 



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