29.09.2009
Die historische Wahlniederlage sehen wir Jusos Darmstadt in der innerparteilichen Zerrissenheit begründet. Jedoch ist dieses Wahlergebnis auch eine Konsequenz für das nicht eingestehen von Fehler der vergangenen Amtsperiode, sowie dem Festhalten an sozialdemokratisch fragwürdigen Entscheidungen wie z.B. der Agenda 2010, der Rente mit 67 oder den Hungerlöhnen aus der Zeitarbeit.
Aus diesem Grund sehen wir Jusos Darmstadt es als unabdingbare Maßnahme, die Fehler zu analysieren und sich dafür dann zu entschuldigen.
Es ist allerdings auch nicht an der Zeit, einzelne an den Pranger zu stellen, vielmehr gilt es, sich inhaltlich auf die Ursprünge einer ursprünglich linken Arbeiterpartei zu besinnen und sich somit programmatisch neu zu positionieren.
Eine konsequentere Handhabung bei Inhalten wie der Gleichstellung in allen Sektoren, der staatlich- wirtschaftlichen Unabhängigkeit (Begrenzung Managermacht), die komplette Anpassung der Löhne in Ostdeutschland, eine bessere Präsenz des Bildungskonzeptes, sowie eine höhere Identifikation mit der Jugend (Stichwort: Internetsperre) fordern wir ein!
Es ist bedenklich, dass vor allem bei den letzten beiden Punkten junge Wähler lieber der FDP bzw. der Piratenpartei ihre Stimme gaben.
Das zum Schlagwort mutierten Thema der Sozialen Gerechtigkeit muss endlich programmatisch greifbar gestaltet werden, der Grundgedanke vieler Genossen darf nicht mit Frau Merkel weiterhin verbunden und ausgenutzt werden!
Aus diesem Grund fordern wir Jusos Darmstadt eine programmatische Erneuerung, in welcher Werte keine Phrasen darstellen.
Die Öffnung in die linke, parteihistorische programmatisch neu formierten Richtung ist seit dieser Wahl nicht nur als unabdingbarer Volkswille zu sehen, es bedeutet vielmehr auch die Chance, verlorene Wähler wieder von der SPD zu überzeugen.
Wir Jusos Darmstadt werden mit gutem inhaltlichem Beispiel vorangehen und hoffen, die Glaubwürdigkeit unserer Partei gegenüber dem Volk wieder herstellen zu können.